
Waren sie früher auch mal in einem Jugendverband oder einer Jugendgruppe? Falls ja, was ist Ihnen besonders in Erinnerung geblieben?
In Waging am See aufgewachsen gehörte ich bis zum Studium als aktives Mitglied dem Ortsverein der Wasserwacht an. Zugleich war ich im Alpenverein (Sektion Teisendorf). Die schönen Sommer am See und die Wanderungen, Klettereien und Ski- Touren in den bayerischen und österreichischen Bergen haben mich tief geprägt. Besonders eindringlich in Erinnerung ist mir eine Kletterei an der Nordwand des Kleinen Watzmann, weil dort ein Steinschlag knapp an uns vorbeiging und wenige Wochen später zwei Freunde eben dort durch einen Steinschlag den Tod fanden. Damals habe ich so riskante Unternehmungen aufgegeben.
Was finden Sie an ihrem Beruf am schönsten?
Die vielfältigen Begegnungen mit Menschen und Lebensschicksalen einerseits und andererseits als Gegengewicht das ständige Eintauchen in die Schätze der Heiligen Schrift, der Liturgie, der Sakramentenspendung und des Kirchenjahres. Ich hänge „berufsbedingt an der Angel Jesu Christi” und er holt mich gnädigerweise immer wieder zurück, wenn ich wegzutreiben drohe.
Wie alt waren Sie als Sie beschlossen haben Pfarrer zu werden?
Es begann mit dem Krebsleiden und dem Sterben meiner geliebten Großmutter. Damals war ich 19 Jahre alt. Erstmals kamen Schmerz und Leid so nahe an mich heran. Das stellte mich unausweichlich vor die Frage, ob es darauf eine Antwort gab und was hinter Leben, Leiden, Lieben und Sterben sich verbirgt.
Verknüpft mit der Antwort, die mir der Glaube gab, traf mich der Ruf Jesu Christi. Das war im Jahre 1961. Im darauffolgenden Sommer machte ich das Abitur und wusste zu diesem Zeitpunkt bereits, dass mein Weg ins Priesterseminar in Freising führen würde, während einige Bekannte noch längere Zeit vermuteten, ich würde nach Freising gehen, um Brauerei zu studieren.
Um mehr über die angesprochene Thematik zu erfahren, appelliere ich an euch: lasst euch in den kommenden Wochen die aufschlussreichen Abende der
Glaubensverkündigung nicht entgehen!
Gehen Sie gerne auf Feiern - wann waren Sie zum Beispiel das letzte Mal auf dem Oktoberfest?
Zum I. Mal war ich als 10.jähriger mit meinen Eltern und unseren Nachbarn auf dem Oktoberfest, verbunden mit einem begeisternden Zirkusbesuch. Der letzte Besuch auf der Wiesn liegt mindestens 25 Jahre zurück. Inzwischen trat an diese Stelle unser Sankt-Anna- Pfarrfest. Als Jugendlicher war ich ganz heiß auf Faschingsbälle und Tanzen. Inzwischen hat sich das beruhigt. Ich freue mich über Einladungen zu Taufen oder Hochzeitsfesten (soweit mein Zeitplan mir erlaubt, dabei zu sein).
Machen Sie gerne Weihnachtseinkäufe bzw. wer bekommt von Ihnen ein Geschenkt zum Weihnachtsfest?
Gerade machten wir den Kindergarten Betriebsausflug nach Nürnberg. Ich konnte einigen glitzernden Dingen der Vorweihnachtszeit nicht widerstehen. Sollte mein Bruder mit seinen Kindern zu Weihnachten zu Besuch kommen, so hätte ich für sie ein paar Kleinigkeiten als Zeichen der Liebe in petto.
Und noch drei Fragen: Haben sie eine Lieblingssendung? Was ist Ihr Lieblingslied? Und wann haben Sie das letzte Mal in einem Zelt übernachtet?
Soweit ich mich kenne, würde ich mit einem Fernsehgerät enorm viel Zeit verplempern. So verzichte ich auf Fernsehen ganz. Für Nachrichten und den Wetterbericht reicht mir das Radio. Aber ich lasse mich gern einladen zu einem guten Spielfilm auf DVD.
Mein „Lieblingslied” sind zur Zeit die „die Seele aufwühlenden” Gesänge aus der byzantinischen Liturgie, auf einer CD von vier ukrainischen Sängern.
Meine letzte Übernachtung in einem Zelt müsste bei einem Zeltlager der Pfadfis im Steinwald stattgefunden haben.
Vielen Dank!
Kurzbiographie von Pfr. Krieger
Alter: 66
Sternzeichen: „Palmesel” (bin an einem Palmsonntag zur Welt gekommen)
Berufsausbildung: Dipl. Theol. an der LMU- München. 9 Monate Postulat und Noviziat bei den „Kleinen Brüder Jesu” in Frankreich und Spanien. 9 Monate Voluntariat im Kibbutz Hulda in Israel. 3 Jahre Ausbildung und Tätigkeit als DV-Dozent bei Siemens.
